Vergessen!

Als kleinen Nachtrag zu meiner Geschichte über die Reise nach Bathurst Island, wo ich mir in einer Galerie für einheimische Kunst ein Gemälde gekauft habe. Hier kommt nun endlich ein Photo desselben, wie es unser Wohnzimmer schmückt.

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Kurlama ist der Titel des Bildes. Wie mir die Künstlerin erklärt hat, symbolisiert das Gemälde die alljährlich im April stattfindende Zusammenkunft mehrerer Stämme zu einem Art Erntedankfest bei dem die Yams-Wurzel die Hauptrolle spielt. Während des dreitägigen Festes wird nicht nur viel gesungen, Yamswurzel gegessen und werden nicht nur viele Geschichten erzählt, es ist auch die Zeit, um kleinen Kindern in einer Zeremonie ihre Namen zu geben. Das ganze läuft nach festgesetztem Ritual ab, ich konnte alles akribisch dokumentiert auch im kleinen Museum des Ortes nachlesen. Als ich die Tafel dort mit Fotos von der Zeremonie und dem Text fand, kam es mir wie Bestimmung vor. Und der Ausflug an diesen entlegenen Ort hat sich wirklich gelohnt – immer wenn ich das Gemälde jetzt betrachte, verstehe ich die ganze Geschichte hinter den Symbolen.

Die Galerie hat das Gemälde ein paar Tage später in einer dick verpackten Rolle ins “Keeping House” – wo ich während der Zeit wohnte – gebracht. Ausgepackt habe ich es dann erst nach meiner Ankunft hier. Und war freudig überrascht, als ich ein grosses bedrucktes Stück Stoff vorfand, in das das Gemälde gerollt war. Dies reichte gerade aus, um mir eine neue Hose zu nähen!

Im “Keeping House” hatte es mir eine Holzstatue angetan, die ich unbedingt haben wollte. Aber wie im Flugzeug transportieren? Mit John und Joy kam ich überein, dass sie sie mir mit Post nachgeschicken würden. Was sie auch taten. Allerdings hat der spitze Schnabel des Jabiru (Storchart) den langen Weg nicht verkraftet, er war abgebrochen. Inzwischen hat Rolf ihn kunstvoll angeklebt und sogar den farblich passenden Ton des Ockers getroffen. Aber die Geschichte geht weiter. Ein paar Wochen später trudelte hier ein weiteres grosses Paket ein, noch grösser als das erste. Ich hatte doch gar nichts bestellt! Darin befand sich der grosse Bruder des kleinen Jabiru. Ein Geschenk für mich aus Ngaruwanajirri, meinen so liebenswürdigen Gastgebern.

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